Was bedeutet IP67 und IP68? IP-Schutzarten einfach erklärt

IP67, IP68, IP54 oder IP65 – was bedeuten die IP-Schutzarten? So erfährst du, wie staub- und wasserdicht dein Gerät wirklich ist – inklusive Tabelle.

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Ob beim Smartphone, der Smartwatch, dem Bluetooth-Lautsprecher oder der Outdoor-Kamera: Auf der Verpackung steht oft eine Kennzeichnung wie IP67 oder IP68. Sie verrät, wie gut ein Gerät gegen Staub und Wasser geschützt ist. Doch was bedeuten diese Zahlen genau – und wie wasserdicht ist dein Gerät damit wirklich? Dieser Artikel erklärt die IP-Schutzarten verständlich, zeigt dir in einer Tabelle, welche Stufe was leistet, und klärt den oft missverstandenen Unterschied zwischen IP67 und IP68.

Was ist eine IP-Schutzart?

IP steht für „Ingress Protection", auf Deutsch etwa „Schutz gegen Eindringen". Die IP-Schutzart ist in der internationalen Norm IEC 60529 (in Deutschland DIN EN 60529) festgelegt. Sie beschreibt, wie gut das Gehäuse eines elektrischen Geräts gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern und Wasser geschützt ist.

Auf die Buchstaben „IP" folgen üblicherweise zwei Ziffern – zum Beispiel IP68. Die erste Ziffer steht für den Schutz gegen feste Stoffe und Staub, die zweite Ziffer für den Schutz gegen Wasser. Wichtig: Je höher die Zahl, desto besser der Schutz. Die Angabe ist keine Marketing-Erfindung der Hersteller, sondern beruht auf genormten Prüfverfahren.

Wie liest man den IP-Code?

Am besten zerlegt man den Code in seine beiden Ziffern. Nehmen wir IP68 als Beispiel: Die 6 beschreibt den Staubschutz, die 8 den Wasserschutz.

Erste Ziffer: Schutz gegen feste Stoffe und Staub (0–6)

  • 0 – kein Schutz
  • 1 – Schutz gegen große Fremdkörper ab 50 mm (z. B. Handrücken)
  • 2 – Schutz gegen Fremdkörper ab 12,5 mm (z. B. Finger)
  • 3 – Schutz gegen Fremdkörper ab 2,5 mm (z. B. Werkzeuge, Drähte)
  • 4 – Schutz gegen Fremdkörper ab 1 mm (z. B. dünne Drähte)
  • 5 – staubgeschützt: Staub kann eindringen, aber nicht in schädlicher Menge
  • 6 – staubdicht: vollständiger Schutz gegen das Eindringen von Staub

Zweite Ziffer: Schutz gegen Wasser (0–9)

  • 0 – kein Schutz
  • 1–3 – Schutz gegen senkrecht fallendes Tropf- und Sprühwasser
  • 4 – Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen
  • 5 – Schutz gegen Strahlwasser (Düse) aus allen Richtungen
  • 6 – Schutz gegen starkes Strahlwasser
  • 7 – Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen (bis 1 m Tiefe, 30 Minuten)
  • 8 – Schutz gegen dauerndes Untertauchen (tiefer als 1 m, Bedingungen legt der Hersteller fest)
  • 9 / 9K – Schutz gegen Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung

Die wichtigsten IP-Schutzarten im Überblick

In der Praxis begegnen dir vor allem eine Handvoll Kombinationen. Diese Tabelle fasst zusammen, was sie bedeuten:

SchutzartStaubschutzWasserschutzTypische Geräte
IP54staubgeschütztSpritzwasserOutdoor-Lautsprecher, Werkzeuge, Leuchten
IP65staubdichtStrahlwasserAußenkameras, robuste Lampen, Steckdosen
IP67staubdichtUntertauchen bis 1 m, 30 Min.Smartphones, Smartwatches, Kopfhörer
IP68staubdichtdauerndes Untertauchen, > 1 mPremium-Smartphones, Tauch-Tracker
IP69KstaubdichtHochdruck-/DampfstrahlIndustrie- und Fahrzeugtechnik

IP67 oder IP68 – wo liegt der Unterschied?

Diese Frage taucht besonders häufig beim Smartphone-Kauf auf. Beide Schutzarten sind vollständig staubdicht (erste Ziffer 6) – hier gibt es keinen Unterschied. Der Unterschied steckt allein in der zweiten Ziffer, also im Wasserschutz.

IP67 bedeutet, dass das Gerät ein zeitweiliges Untertauchen bis 1 Meter Tiefe für maximal 30 Minuten übersteht. IP68 geht darüber hinaus: Das Gerät ist gegen dauerndes Untertauchen in tieferem Wasser geschützt. Wie tief und wie lange genau, legt allerdings der Hersteller fest – die Norm schreibt nur ein Minimum vor. Bei vielen aktuellen Smartphones bedeutet IP68 zum Beispiel 1,5 Meter für 30 Minuten, bei einigen Modellen auch mehr. Ein Blick ins Datenblatt lohnt sich daher immer, denn „IP68" allein sagt nicht, ob ein Schwimmbadbesuch unbeschadet endet.

Wie wasserdicht ist mein Smartphone wirklich?

Eine hohe IP-Schutzart ist beruhigend, aber kein Freibrief. Die genormten Tests laufen unter idealen Laborbedingungen ab – mit klarem Süßwasser, ohne Druck und an einem neuen Gerät. Im Alltag sieht das anders aus. Beachte deshalb folgende Punkte:

  • Salz, Chlor und Seife zählen nicht. Getestet wird mit klarem Wasser. Meerwasser, Pool-Wasser oder Reinigungsmittel können Dichtungen angreifen.
  • Der Schutz lässt mit der Zeit nach. Dichtungen altern, und nach einem Sturz oder einer Reparatur kann der Schutz beschädigt sein.
  • Kein Schutz vor Wasserdruck. Schwimmen, Duschen oder Wassersport gehen über die Testbedingungen hinaus, selbst bei IP68.
  • Hersteller schließen Wasserschäden oft von der Garantie aus. Viele Geräte besitzen einen Feuchtigkeitsindikator, der einen Wasserkontakt sichtbar macht.
  • Nass gewordene Anschlüsse erst trocknen lassen, bevor du das Gerät auflädst.

Was bedeutet ein „X" im IP-Code?

Manchmal liest man Angaben wie IPX8 oder IP6X. Das „X" ist ein Platzhalter und bedeutet, dass dieser Wert nicht offiziell geprüft oder angegeben wurde. IPX8 sagt also nur etwas über den Wasserschutz aus, während der Staubschutz nicht zertifiziert ist. Das „K" hinter der 9 (IP69K) stammt aus einer ursprünglich deutschen Norm für die Fahrzeugtechnik und steht für die Reinigung mit heißem Hochdruckwasser.

Welche IP-Schutzart brauche ich?

Welche Stufe sinnvoll ist, hängt vom Einsatzort ab. Für ein Smartphone, das gelegentlich in den Regen gerät oder in die Spüle fällt, reicht IP67 völlig aus; IP68 bietet etwas mehr Reserve. Geräte für den dauerhaften Außeneinsatz – etwa eine Überwachungskamera oder eine Gartenleuchte – sollten mindestens IP65 mitbringen, damit sie auch Strahlwasser aus einer ungünstigen Richtung abkönnen. Ein Bluetooth-Lautsprecher für Dusche oder Strand ist mit IP67 gut bedient. Und in Industrie, Landwirtschaft oder am Fahrzeug, wo mit dem Dampfstrahler gereinigt wird, führt an IP69K kein Weg vorbei. Als Faustregel gilt: Lieber eine Stufe höher wählen, als sich später über ein wassergeschädigtes Gerät zu ärgern.

Fazit

Die IP-Schutzart ist eine genormte und verlässliche Angabe dafür, wie gut ein Gerät gegen Staub und Wasser geschützt ist. Die erste Ziffer steht für den Staub-, die zweite für den Wasserschutz. Für Smartphones sind vor allem IP67 und IP68 relevant – beide sind staubdicht, IP68 verträgt nur tieferes Wasser. Wichtig bleibt: Die Schutzarten gelten für klares Wasser unter Laborbedingungen und nehmen mit der Zeit ab. Wer die Tabelle und die zwei Ziffern im Kopf hat, kann den IP-Code künftig auf jeder Verpackung selbst entschlüsseln.