Was ist RAID? RAID-Level 0, 1, 5, 6 und 10 einfach erklärt

RAID verbindet mehrere Festplatten zu einem Verbund. RAID 0, 1, 5, 6 und 10 im Vergleich – Geschwindigkeit, Ausfallsicherheit und warum RAID kein Backup ersetzt.

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Was ist RAID? RAID-Level einfach erklärt

Wenn mehrere Festplatten zu einem Verbund zusammengeschaltet werden, spricht man von einem RAID. Die Technik sorgt entweder für mehr Tempo, für Ausfallsicherheit oder für beides zugleich. Doch was steckt hinter Begriffen wie RAID 0, RAID 1 oder RAID 5 – und welches RAID-Level ist für welchen Zweck sinnvoll? Dieser Artikel erklärt es verständlich.

Was bedeutet RAID?

RAID steht für Redundant Array of Independent Disks – zu Deutsch etwa „redundanter Verbund unabhängiger Festplatten“. Die Grundidee: Statt eine einzelne Festplatte oder SSD zu nutzen, werden mehrere Laufwerke zusammengeschaltet und vom System als ein einziges großes Laufwerk behandelt. Je nach gewähltem RAID-Level verfolgt der Verbund dabei ein anderes Ziel.

Grundsätzlich lassen sich mit RAID zwei Dinge erreichen: eine höhere Geschwindigkeit, weil mehrere Laufwerke parallel lesen und schreiben, und eine höhere Ausfallsicherheit, weil Daten mehrfach oder mit Prüfinformationen gespeichert werden. Fällt dann ein Laufwerk aus, bleiben die Daten erhalten.

Hardware-RAID oder Software-RAID?

Ein RAID kann auf zwei Wegen entstehen. Beim Hardware-RAID übernimmt ein eigener Controller – etwa auf dem Mainboard oder als Steckkarte – die Verwaltung des Verbunds. Das entlastet den Prozessor und funktioniert unabhängig vom Betriebssystem. Beim Software-RAID erledigt das Betriebssystem die Arbeit, zum Beispiel Windows, Linux oder das Betriebssystem eines NAS. Diese Variante ist günstiger und flexibler, belastet aber die CPU etwas stärker. Für den Heimgebrauch – besonders in einem NAS – ist Software-RAID heute völlig ausreichend.

Die wichtigsten RAID-Level im Überblick

RAID 0 (Striping)

Bei RAID 0 werden die Daten in Blöcke aufgeteilt und abwechselnd auf zwei oder mehr Laufwerke verteilt (englisch striping). Da mehrere Platten gleichzeitig arbeiten, steigt die Geschwindigkeit deutlich, und die volle Kapazität aller Laufwerke steht zur Verfügung. Der große Haken: Es gibt keinerlei Redundanz. Fällt auch nur ein Laufwerk aus, sind alle Daten des Verbunds verloren. RAID 0 eignet sich daher nur für Daten, deren Verlust verschmerzbar ist, etwa temporäre Arbeitsdateien.

RAID 1 (Mirroring)

RAID 1 spiegelt die Daten: Jedes Laufwerk enthält eine identische Kopie (englisch mirroring). Nutzbar ist nur die Kapazität einer einzelnen Platte, dafür übersteht der Verbund den Ausfall eines Laufwerks ohne Datenverlust. RAID 1 benötigt mindestens zwei Laufwerke und ist die einfachste Form der Ausfallsicherheit – ideal für wichtige, aber überschaubare Datenmengen.

RAID 5 (Striping mit Parität)

RAID 5 kombiniert Tempo und Sicherheit. Die Daten werden wie bei RAID 0 über die Laufwerke verteilt, zusätzlich aber werden Paritätsinformationen berechnet und verteilt gespeichert. Aus diesen Prüfsummen lässt sich der Inhalt einer ausgefallenen Platte rekonstruieren. RAID 5 braucht mindestens drei Laufwerke und verkraftet den Ausfall eines Laufwerks. Nutzbar ist die Kapazität aller Platten minus einer – bei vier Festplatten also drei. RAID 5 ist ein beliebter Kompromiss für NAS-Systeme und kleine Server.

RAID 6 (doppelte Parität)

RAID 6 funktioniert wie RAID 5, speichert aber doppelte Paritätsinformationen. Dadurch dürfen sogar zwei Laufwerke gleichzeitig ausfallen, ohne dass Daten verloren gehen. Der Preis: Es sind mindestens vier Laufwerke nötig, und die nutzbare Kapazität entspricht der Zahl der Platten minus zwei. Besonders bei großen Verbünden mit vielen Festplatten ist RAID 6 sinnvoll, weil dort das Risiko steigt, dass während des Wiederherstellens eine zweite Platte ausfällt.

RAID 10 (1+0)

RAID 10 verbindet Spiegelung und Striping. Dabei werden Laufwerke zunächst paarweise gespiegelt (RAID 1) und diese Paare anschließend zu einem RAID 0 zusammengefasst. Das Ergebnis ist sehr schnell und ausfallsicher zugleich. RAID 10 benötigt mindestens vier Laufwerke, nutzbar ist die Hälfte der Gesamtkapazität. Weil es keine Paritätsberechnung gibt, ist die Schreibleistung höher als bei RAID 5 oder 6 – ideal für Datenbanken und anspruchsvolle Anwendungen.

Welches RAID-Level ist das richtige?

Die Wahl hängt davon ab, was wichtiger ist – Tempo, Sicherheit oder Kapazität:

  • Nur Geschwindigkeit, Daten unkritisch: RAID 0
  • Einfache Ausfallsicherheit für zwei Platten: RAID 1
  • Guter Kompromiss aus Kapazität und Sicherheit: RAID 5
  • Maximale Sicherheit bei vielen Laufwerken: RAID 6
  • Hohe Leistung und Sicherheit zugleich: RAID 10

Ersetzt ein RAID das Backup?

Nein – und das ist der wichtigste Punkt. Ein RAID schützt vor dem Ausfall einzelner Laufwerke, aber nicht vor versehentlichem Löschen, Verschlüsselung durch Ransomware, einem Blitzschlag, Diebstahl oder Feuer. Wird eine Datei gelöscht, verschwindet sie sofort auf allen Platten des Verbunds. Ein RAID erhöht also die Verfügbarkeit, ersetzt aber niemals eine echte Datensicherung auf einem getrennten Medium. Wer wichtige Daten sichern will, kombiniert idealerweise beides: ein RAID für den laufenden Betrieb und regelmäßige Backups an einem anderen Ort.

Fazit

RAID ist ein flexibles Werkzeug, um Festplatten zu einem schnelleren oder sichereren Verbund zusammenzuschalten. RAID 0 setzt auf Tempo, RAID 1 auf einfache Spiegelung, RAID 5 und 6 auf den Ausgleich aus Kapazität und Sicherheit, RAID 10 auf beides in Kombination. Welches Level passt, entscheidet der Einsatzzweck. Eines sollte man dabei nie vergessen: Ein RAID ist kein Ersatz für ein Backup, sondern eine Ergänzung.

Mehr zum Thema findest du in unserer Übersicht: Hardware-Grundlagen: Alle Artikel im Überblick.

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