Was ist WPS? Die WLAN-Taste am Router einfach erklärt – und wann du sie ausschalten solltest
WPS verbindet Geräte per Tastendruck ohne Passwort mit dem WLAN. Wie die WPS-Taste funktioniert, welche Verfahren es gibt und wann du sie aus Sicherheitsgründen abschalten solltest.
Fast jeder Router hat sie: eine kleine Taste mit der Aufschrift „WPS“ oder zwei kreisenden Pfeilen. Drückt man sie, lässt sich ein neues Gerät mit dem WLAN verbinden – ganz ohne das lange Passwort einzutippen. Praktisch, aber auch mit Tücken. In diesem Artikel erfährst du, was WPS ist, wie die Verbindung genau abläuft und warum viele Fachleute dazu raten, die Funktion abzuschalten.
Was bedeutet WPS?
WPS steht für Wi-Fi Protected Setup. Es handelt sich um einen 2007 von der Wi-Fi Alliance eingeführten Standard, der den Verbindungsaufbau mit einem WLAN vereinfachen soll. Die Grundidee: Statt einen oft 20 Zeichen langen WLAN-Schlüssel abzutippen, soll ein einfacher Tastendruck genügen, um ein Smartphone, einen Drucker oder einen WLAN-Repeater sicher ins Heimnetz zu holen.
WPS ist dabei kein eigenes Verschlüsselungsverfahren. Die eigentliche Absicherung übernimmt weiterhin WPA2 oder WPA3. WPS ist nur ein Hilfsmittel, das den Austausch des Schlüssels zwischen Router und Gerät automatisiert.
Wie funktioniert die WPS-Taste?
Für WPS gibt es mehrere Verfahren. Im Alltag begegnen dir vor allem zwei davon.
Push-Button-Konfiguration (PBC)
Das ist die bekannte Variante mit der Taste. Beim PBC-Verfahren („Push Button Configuration“) drückst du zuerst die WPS-Taste am Router. Der Router öffnet daraufhin für rund zwei Minuten ein Zeitfenster, in dem er verbindungsbereit ist. Innerhalb dieser Zeit startest du WPS am zweiten Gerät – etwa über einen Menüpunkt am Drucker oder in den WLAN-Einstellungen des Smartphones. Beide Geräte handeln den WLAN-Schlüssel automatisch aus, und die Verbindung steht. Ein Passwort musst du nie eingeben.
WPS per PIN
Bei der zweiten Methode erzeugt der Router eine achtstellige PIN, die häufig auf einem Aufkleber am Gerät steht. Diese PIN gibst du am neuen Gerät ein, um die Verbindung freizugeben. Umgekehrt gibt es auch Geräte, die eine PIN anzeigen, die du dann im Router-Menü einträgst. Genau dieses PIN-Verfahren ist aus Sicherheitssicht das eigentliche Problem – dazu gleich mehr.
WPS Schritt für Schritt nutzen
So verbindest du ein Gerät typischerweise per Tastendruck:
- Prüfe, ob dein Gerät (z. B. Repeater, Drucker, Smart-TV) WPS überhaupt unterstützt.
- Drücke die WPS-Taste am Router. Bei vielen Modellen beginnt eine LED zu blinken.
- Starte innerhalb von zwei Minuten WPS am zweiten Gerät – über eine eigene Taste oder einen Menüpunkt.
- Warte, bis beide Geräte die Verbindung bestätigen. Die WLAN-Verbindung ist nun eingerichtet.
Bei einer FRITZ!Box heißt die Funktion je nach Modell „WPS“ oder ist mit der WLAN-Taste kombiniert. Andere Hersteller nutzen eigene Namen, das Prinzip bleibt aber identisch.
Welche Geräte unterstützen WPS?
WPS ist vor allem bei Geräten praktisch, die keine bequeme Tastatur haben. Dazu zählen WLAN-Drucker, WLAN-Repeater und Powerline-Adapter, viele Smart-TVs, Überwachungskameras und ältere Smartphones. Apple-Geräte wie iPhones und iPads unterstützen WPS grundsätzlich nicht – hier tippst du das Passwort ein oder scannst einen QR-Code. Auch moderne Android-Versionen haben die WPS-Option teilweise wieder entfernt, weil der Standard als überholt gilt.
Wie sicher ist WPS?
Beim Tastendruck-Verfahren (PBC) ist das Risiko im Alltag gering: Der Router ist nur zwei Minuten lang verbindungsbereit, und ein Angreifer müsste sich in Funkreichweite befinden und exakt in diesem Moment aktiv werden. Ganz anders sieht es beim PIN-Verfahren aus.
Ende 2011 zeigte der Sicherheitsforscher Stefan Viehböck, dass die achtstellige WPS-PIN gravierend schlecht abgesichert ist. Der Router prüft die PIN nämlich nicht am Stück, sondern in zwei Hälften und meldet zurück, ob die erste Hälfte stimmt. Weil die letzte Ziffer außerdem nur eine Prüfziffer ist, sinkt die Zahl der wirklich nötigen Rateversuche von 100 Millionen auf rund 11.000. Ein solcher Brute-Force-Angriff lässt sich damit oft in wenigen Stunden durchführen. Kurz darauf veröffentlichte Craig Heffner das frei verfügbare Werkzeug Reaver, das genau diesen Angriff automatisiert.
Das Tückische: Selbst wenn du ein sehr langes, sicheres WLAN-Passwort vergeben hast, kann ein aktiviertes WPS-PIN-Verfahren dieses Passwort aushebeln. Der Angreifer errät nicht dein Passwort, sondern die viel kürzere PIN – und erhält darüber vollen Zugang.
Wann du WPS ausschalten solltest
Viele Router-Hersteller haben nach 2011 nachgebessert, etwa indem sie nach mehreren Fehlversuchen eine Sperre einlegen oder das PIN-Verfahren gar nicht mehr anbieten. Trotzdem gilt als Faustregel: Wenn du WPS nicht regelmäßig brauchst, schalte es im Router-Menü ab. Das schließt die Angriffsfläche vollständig.
Du findest die Einstellung meist unter „WLAN“ oder „Sicherheit“ in der Benutzeroberfläche des Routers (bei der FRITZ!Box zum Beispiel unter „WLAN › Sicherheit“). Willst du WPS gelegentlich für einen neuen Repeater nutzen, ist das Push-Button-Verfahren die deutlich sicherere Wahl – aktiviere es nur für den kurzen Moment der Einrichtung und deaktiviere anschließend wieder die PIN-Funktion, falls dein Gerät sie separat anbietet.
Als moderne Alternative setzen viele Hersteller inzwischen auf das Teilen per QR-Code oder auf komfortable App-Einrichtung. Beide bieten den gleichen Komfort wie WPS, ohne die alte Schwachstelle mitzubringen.
Fazit
WPS ist eine bequeme Möglichkeit, Geräte ohne Passworteingabe ins WLAN zu holen – besonders bei Druckern, Repeatern und Smart-Home-Technik. Die Tastendruck-Variante (PBC) ist dabei relativ unbedenklich, während das PIN-Verfahren seit 2011 als unsicher gilt. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt WPS höchstens kurz zur Einrichtung und lässt die Funktion sonst ausgeschaltet. Für das alltägliche Verbinden neuer Geräte sind ein starkes WLAN-Passwort oder ein QR-Code am Ende die sicherere Lösung.