KB, MB, GB, TB: Datenmengen und Speichergrößen einfach erklärt
Bit, Byte, KB, MB, GB und TB verständlich erklärt – inklusive der Frage, warum eine 1-TB-Festplatte plötzlich nur 931 GB hat.
Speicherplatz auf dem Smartphone, die Größe eines Downloads oder die Kapazität einer Festplatte – überall begegnen uns Angaben wie KB, MB, GB und TB. Doch was steckt eigentlich dahinter? Und warum zeigt eine als „1 TB“ verkaufte Festplatte im Computer plötzlich nur rund 931 GB an? In diesem Artikel erklären wir Datenmengen und Speichergrößen Schritt für Schritt – verständlich und ohne Fachchinesisch.
Bit und Byte: die kleinsten Bausteine
Am Anfang jeder Datenmenge steht das Bit (Abkürzung: kleines „b“). Ein Bit ist die kleinste Informationseinheit, die ein Computer kennt, und kann genau zwei Zustände annehmen: 0 oder 1. Alles, was ein Computer speichert oder verarbeitet – Texte, Bilder, Musik, Videos – besteht letztlich aus einer langen Kette solcher Nullen und Einsen.
Weil ein einzelnes Bit sehr wenig Information trägt, werden acht Bit zu einem Byte (Abkürzung: großes „B“) zusammengefasst. Ein Byte kann 256 verschiedene Werte darstellen – genug, um zum Beispiel einen einzelnen Buchstaben zu codieren. Das Byte ist deshalb die eigentliche Grundeinheit, mit der Dateigrößen und Speicherplatz angegeben werden.
Merke: 1 Byte = 8 Bit. Diese kleine Unterscheidung zwischen Bit und Byte ist wichtig – besonders beim Thema Internetgeschwindigkeit, wie wir weiter unten sehen.
Die Reihenfolge: von Byte bis Petabyte
Damit man nicht mit riesigen Byte-Zahlen hantieren muss, gibt es größere Einheiten. Jede Stufe fasst etwa tausend Einheiten der nächstkleineren zusammen. Die gebräuchliche Reihenfolge von klein nach groß lautet:
- Byte (B) – ein einzelnes Zeichen, etwa der Buchstabe „A“.
- Kilobyte (KB) – rund tausend Byte, zum Beispiel eine kurze Textdatei.
- Megabyte (MB) – rund eine Million Byte, etwa ein Foto oder ein Musikstück.
- Gigabyte (GB) – rund eine Milliarde Byte, zum Beispiel ein Film oder viele Apps.
- Terabyte (TB) – rund tausend Gigabyte, die typische Größe moderner Festplatten.
- Petabyte (PB) – rund tausend Terabyte, relevant vor allem für Rechenzentren.
Jede Einheit ist also ungefähr tausendmal größer als die davor. Genau bei diesem „ungefähr“ liegt jedoch eine wichtige Feinheit versteckt.
1000 oder 1024? Der große Zahlen-Trick
Computer rechnen nicht im Zehnersystem, sondern im Binärsystem – also in Zweierpotenzen. Für sie ist eine „runde“ Zahl nicht 1000, sondern 1024 (das ist 2 hoch 10). Deshalb gibt es zwei unterschiedliche Zählweisen:
Die dezimale Zählweise (Basis 1000)
Nach dem offiziellen SI-Standard gilt: 1 KB = 1000 Byte, 1 MB = 1000 KB, 1 GB = 1000 MB und so weiter. Diese Zählweise nutzen vor allem Festplatten- und SSD-Hersteller sowie Internetanbieter, weil sich damit größere, verkaufsfreundlichere Zahlen ergeben.
Die binäre Zählweise (Basis 1024)
Betriebssysteme wie Windows rechnen dagegen intern mit 1024: 1 KB = 1024 Byte, 1 MB = 1024 KB, 1 GB = 1024 MB. Um diese Variante eindeutig zu benennen, wurden die Einheiten Kibibyte (KiB), Mebibyte (MiB) und Gibibyte (GiB) eingeführt. In der Praxis werden sie aber selten verwendet – Windows schreibt weiterhin schlicht „GB“, obwohl eigentlich „GiB“ gemeint ist.
Warum hat meine 1-TB-Festplatte nur 931 GB?
Jetzt lässt sich das eingangs erwähnte Rätsel lösen. Der Hersteller wirbt mit „1 TB“ und meint damit dezimal 1.000.000.000.000 Byte. Windows teilt diese Byte-Zahl jedoch dreimal durch 1024, um auf Gigabyte zu kommen – und landet bei etwa 931. Es fehlt also nichts und die Festplatte ist nicht defekt: Es handelt sich lediglich um zwei verschiedene Rechenweisen für dieselbe Datenmenge.
Als Faustregel verliert man bei jeder Stufe rund 2,4 Prozent. Eine „500-GB“-SSD zeigt daher etwa 465 GB, eine „2-TB“-Platte rund 1,82 TB an. Je größer der Datenträger, desto deutlicher fällt die Differenz auf.
Bit gegen Byte: Vorsicht bei der Internetgeschwindigkeit
Ein weiterer häufiger Stolperstein: Internetgeschwindigkeiten werden in Megabit pro Sekunde (Mbit/s) angegeben, Dateigrößen dagegen in Megabyte (MB). Da ein Byte aus acht Bit besteht, muss man die angegebene Leitungsgeschwindigkeit durch acht teilen, um die tatsächliche Download-Rate abzuschätzen.
Ein Beispiel: Ein 100-Mbit/s-Anschluss liefert im Idealfall etwa 12,5 MB pro Sekunde. Eine 1 GB große Datei ist damit theoretisch in rund 80 Sekunden geladen. Wer Bit und Byte verwechselt, wundert sich sonst schnell über scheinbar zu langsame Downloads.
Wie groß sind typische Dateien?
Zum besseren Gefühl für die Einheiten hier einige grobe Richtwerte aus dem Alltag:
- Eine reine Textnachricht: wenige hundert Byte bis einige KB.
- Ein Foto vom Smartphone: je nach Qualität etwa 2 bis 8 MB.
- Ein Musikstück als MP3: rund 3 bis 5 MB.
- Eine Stunde Musik-Streaming: grob 50 bis 150 MB.
- Ein Spielfilm in HD: mehrere GB, in 4K auch 20 GB und mehr.
- Ein modernes Videospiel: oft 50 bis über 100 GB.
Daran erkennt man auch, warum Smartphones und PCs heute Speicher im drei- bis vierstelligen Gigabyte-Bereich bieten: Fotos, Videos und Spiele verschlingen enorme Mengen an Speicherplatz.
Fazit
Datenmengen bauen logisch aufeinander auf: Aus Bits werden Bytes, aus Bytes Kilobyte, Megabyte, Gigabyte und Terabyte. Wichtig ist vor allem, zwei Dinge im Kopf zu behalten. Erstens: Ein Byte besteht aus acht Bit – deshalb sind Internet-Angaben in Mbit/s nicht dasselbe wie Dateigrößen in MB. Zweitens: Hersteller rechnen mit 1000, Betriebssysteme mit 1024, weshalb angezeigte Kapazitäten kleiner ausfallen als beworben. Wer diese beiden Punkte versteht, kann Speicherangaben künftig richtig einordnen – beim Handykauf, beim Festplatten-Upgrade oder beim nächsten großen Download.