FreeSync vs. G-Sync: Adaptive Sync gegen Screen Tearing einfach erklärt

FreeSync und G-Sync sorgen für ein flüssiges, tearing-freies Bild beim Zocken. Wir erklären, wie Adaptive Sync funktioniert, worin sich die beiden Technologien unterscheiden und wann sie sich wirklich lohnen.

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Wer am Monitor spielt, kennt es vielleicht: Bei schnellen Kameraschwenks reißt das Bild plötzlich horizontal auseinander, als wäre es aus zwei Hälften zusammengesetzt. Dieses „Screen Tearing" lässt sich mit Adaptive-Sync-Technologien vermeiden – und genau hier kommen FreeSync von AMD und G-Sync von Nvidia ins Spiel. In diesem Artikel erklären wir, was hinter beiden steckt, worin sie sich unterscheiden und wann sich ein entsprechender Monitor lohnt.

Das Problem: Was ist Screen Tearing?

Ein Monitor baut sein Bild in einem festen Takt auf – der Bildwiederholrate, gemessen in Hertz (Hz). Ein 60-Hz-Monitor zeigt also 60 Bilder pro Sekunde, ein 144-Hz-Monitor 144. Die Grafikkarte hingegen berechnet die Bilder (Frames) in einem völlig unregelmäßigen Tempo, je nachdem, wie aufwändig eine Spielszene gerade ist.

Passen diese beiden Taktraten nicht zusammen, beginnt der Monitor mitten in der Aktualisierung schon das nächste Bild anzuzeigen. Das Ergebnis ist ein sichtbarer horizontaler Riss im Bild – das Tearing. Besonders auffällig ist der Effekt bei schnellen Bewegungen und hohen, schwankenden Bildraten.

Die alte Lösung: VSync und ihre Nachteile

Lange war die vertikale Synchronisation (VSync) die Standardantwort. Sie zwingt die Grafikkarte, immer im Takt des Monitors zu arbeiten, und begrenzt die Bildrate auf dessen Bildwiederholrate. Tearing verschwindet damit – allerdings um einen Preis: Sinkt die Bildrate unter die Monitorfrequenz, entstehen Ruckler (Stuttering), und die Eingabeverzögerung (Input Lag) steigt spürbar. Für Shooter oder andere schnelle Spiele ist das ärgerlich.

Die moderne Lösung: Adaptive Sync

Adaptive Sync dreht das Prinzip um. Statt die Grafikkarte an den Monitor anzupassen, passt sich der Monitor an die Grafikkarte an. Seine Bildwiederholrate wird variabel (Variable Refresh Rate, VRR) und folgt in Echtzeit der Bildrate des Spiels. Berechnet die Grafikkarte gerade 87 Bilder pro Sekunde, zeigt der Monitor exakt 87 an. So gibt es weder Tearing noch die typischen VSync-Ruckler. „Adaptive Sync" ist dabei der offene Standard der VESA (das Gremium hinter DisplayPort); FreeSync und G-Sync sind die konkreten Umsetzungen der Hersteller.

Was ist AMD FreeSync?

FreeSync ist AMDs Adaptive-Sync-Technik. Sie basiert auf dem offenen VESA-Standard und ist für Monitorhersteller lizenzkostenfrei. Das ist der Hauptgrund, warum FreeSync-Monitore in der Regel günstiger sind und es sehr viele Modelle gibt. FreeSync funktioniert sowohl über DisplayPort als auch über HDMI. AMD unterscheidet drei Stufen:

  • FreeSync: die Basisstufe, sorgt für ein tearing-freies Bild im unterstützten Frequenzbereich.
  • FreeSync Premium: verlangt mindestens 120 Hz bei Full-HD-Auflösung und bietet die sogenannte Low Framerate Compensation (LFC). Fällt die Bildrate unter den VRR-Bereich, verdoppelt der Monitor die Bilder, damit es auch dann flüssig bleibt.
  • FreeSync Premium Pro: umfasst alle Premium-Funktionen und stellt zusätzliche Anforderungen an HDR-Wiedergabe mit geringer Latenz.

Was ist Nvidia G-Sync?

G-Sync ist Nvidias Gegenstück. Ursprünglich setzte Nvidia dabei auf ein eigenes Hardware-Modul, das direkt im Monitor verbaut wird. Dieses Modul steuert die Synchronisation und bietet Vorteile wie einen sehr breiten Frequenzbereich und eine variable Overdrive-Steuerung gegen Schlieren. Der Nachteil: Solche Monitore sind teurer. Auch bei G-Sync gibt es Abstufungen:

  • G-Sync Compatible: normale Adaptive-Sync- bzw. FreeSync-Monitore ohne Modul, die Nvidia getestet und für gut befunden hat. Sie laufen ohne Zusatz-Hardware mit Nvidia-Grafikkarten.
  • G-Sync: Monitore mit dem klassischen Nvidia-Modul.
  • G-Sync Ultimate: Monitore mit Modul plus hohen Anforderungen an Helligkeit und HDR.

FreeSync vs. G-Sync: Die wichtigsten Unterschiede

Beide Technologien erreichen dasselbe Ziel – ein flüssiges Bild ohne Tearing. Die Unterschiede liegen im Detail:

  • Kosten: FreeSync ist lizenzfrei, entsprechende Monitore sind daher meist günstiger. G-Sync-Monitore mit Hardware-Modul kosten mehr.
  • Offenheit: FreeSync baut auf einem offenen Standard auf, das klassische G-Sync ist proprietär.
  • Qualitätskontrolle: Bei G-Sync (mit Modul) garantiert Nvidia den vollen Funktionsumfang. Bei einfachen FreeSync-Monitoren kann die Qualität je nach Modell schwanken – etwa ein engerer Frequenzbereich.
  • Anschlüsse: FreeSync arbeitet über DisplayPort und HDMI, klassisches G-Sync in der Regel über DisplayPort.

Passen AMD und Nvidia zusammen?

Diese Frage stellen sich viele, und die Antwort ist erfreulich: Seit 2019 unterstützen Nvidia-Grafikkarten (ab der GeForce-GTX-10-Serie) auch FreeSync- bzw. Adaptive-Sync-Monitore – über die Einstufung „G-Sync Compatible". Ein FreeSync-Monitor lässt sich also problemlos mit einer Nvidia-Karte betreiben. Umgekehrt funktionieren AMD-Grafikkarten mit jedem Monitor, der Adaptive Sync beherrscht. Nur die Monitore mit dediziertem G-Sync-Modul bleiben Nvidia-Grafikkarten vorbehalten. Für die meisten Gamer heißt das: Man ist heute nicht mehr fest an einen Grafikkarten-Hersteller gebunden.

So aktivierst du FreeSync oder G-Sync

Damit die Technik greift, müssen zwei Dinge zusammenkommen: der passende Monitor und die richtige Einstellung. So gehst du vor:

  • Verbinde Grafikkarte und Monitor idealerweise per DisplayPort-Kabel.
  • Aktiviere die Funktion im Monitormenü (OSD) – dort heißt sie je nach Modell „FreeSync", „Adaptive Sync" oder „VRR".
  • Schalte sie im Treiber frei: bei AMD in der Radeon-Software, bei Nvidia in der Nvidia-Systemsteuerung unter „G-Sync einrichten".
  • Optional kannst du zusätzlich ein Bildraten-Limit knapp unter der maximalen Bildwiederholrate setzen, um im VRR-Bereich zu bleiben.

Wann lohnt sich Adaptive Sync?

Der größte Nutzen entsteht, wenn die Bildrate schwankt und häufig unter der maximalen Bildwiederholrate des Monitors liegt – also im typischen Gaming-Alltag. Dann sorgt FreeSync oder G-Sync für ein deutlich ruhigeres Bild ohne Tearing und ohne die Ruckler von VSync. Weniger spürbar ist der Effekt, wenn die Bildrate ohnehin konstant an der Obergrenze anliegt. Für reines Arbeiten, Surfen oder Filme schauen ist Adaptive Sync dagegen kaum relevant.

Fazit

FreeSync und G-Sync lösen dasselbe Problem: Sie synchronisieren Monitor und Grafikkarte, damit das Bild flüssig und ohne Risse bleibt. FreeSync punktet mit günstigen Preisen und großer Auswahl, klassisches G-Sync mit garantierter Qualität dank Hardware-Modul. Da moderne Nvidia-Karten inzwischen auch FreeSync-Monitore ansteuern, ist die Wahl heute entspannter denn je. Wer einen neuen Gaming-Monitor kauft, sollte auf einen möglichst breiten VRR-Bereich achten – dann profitiert man unabhängig vom Markennamen von einem spürbar besseren Spielerlebnis.