USB 3.0, 3.1, 3.2 und USB4: Geschwindigkeiten und Namen einfach erklärt

Kaum ein Standard ist so verwirrend benannt wie USB. Wir sortieren USB 3.0, 3.1, 3.2 und USB4 nach Geschwindigkeit – und zeigen, worauf es beim Kauf wirklich ankommt.

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Kaum ein Technikstandard ist so unübersichtlich benannt wie USB. Auf Verpackungen stehen Bezeichnungen wie „USB 3.2 Gen 2x2“, „SuperSpeed USB 10Gbps“ oder „USB4 Gen 3x2“ – und viele Anwender fragen sich zu Recht, was davon nun schneller ist. Dieser Artikel sortiert die USB-Versionen nach Geschwindigkeit, erklärt die Zusätze Gen 1, Gen 2 und Gen 2x2 und zeigt, woran Sie in der Praxis erkennen, was ein Anschluss wirklich leistet.

Warum die USB-Bezeichnungen so verwirrend sind

Die Verwirrung hat einen konkreten Grund: Das USB Implementers Forum (USB-IF), das die Standards festlegt, hat bestehende Versionen mehrfach umbenannt, statt neue Namen zu vergeben. Als USB 3.1 erschien, wurde das alte USB 3.0 rückwirkend zu „USB 3.1 Gen 1“. Als USB 3.2 kam, wurde daraus „USB 3.2 Gen 1“. Der technische Anschluss an Ihrem fünf Jahre alten Laptop hat sich dadurch kein bisschen verändert – nur sein Name.

Das Ergebnis: Ein Gerät, das mit „USB 3.2“ beworben wird, kann 5, 10 oder 20 Gigabit pro Sekunde schaffen. Ohne den Zusatz hinter der Versionsnummer ist die Angabe praktisch wertlos.

Die USB-Versionen im Überblick

Der zuverlässigste Weg durch das Namenschaos ist, die Versionsnummern zu ignorieren und stattdessen auf die reine Datenrate zu schauen. Diese Übersicht ordnet alle gängigen Bezeichnungen ein:

  • USB 2.0 – 480 Mbit/s: Der Klassiker von 2000, bis heute an Tastaturen, Mäusen und günstigen USB-Sticks zu finden. In der Praxis bleiben davon rund 35 MB/s übrig.
  • USB 3.0 = USB 3.1 Gen 1 = USB 3.2 Gen 1 – 5 Gbit/s: Drei Namen, ein Standard. Vermarktet als „SuperSpeed USB 5Gbps“. Realistisch sind etwa 400 bis 450 MB/s.
  • USB 3.1 Gen 2 = USB 3.2 Gen 2 – 10 Gbit/s: Doppelte Geschwindigkeit, vermarktet als „SuperSpeed USB 10Gbps“. Typisch für externe SSDs.
  • USB 3.2 Gen 2x2 – 20 Gbit/s: Nutzt zwei Datenleitungen parallel und funktioniert daher ausschließlich über USB-C. Vergleichsweise selten verbaut.
  • USB4 – 40 Gbit/s: Seit 2019 verfügbar, technisch eng mit Thunderbolt 3 verwandt. Immer über USB-C, mit Unterstützung für DisplayPort und optional PCIe.
  • USB4 Version 2.0 – 80 Gbit/s: Die aktuelle Ausbaustufe, vom USB-IF schlicht als „USB 80Gbps“ vermarktet. In manchen Szenarien sind sogar 120 Gbit/s in eine Richtung möglich.

Was bedeuten Gen 1, Gen 2 und Gen 2x2?

„Gen“ steht für Generation und beschreibt, wie schnell eine einzelne Datenleitung überträgt: Gen 1 entspricht 5 Gbit/s, Gen 2 entspricht 10 Gbit/s. Die Angabe „2x2“ bedeutet, dass zwei Gen-2-Leitungen gleichzeitig genutzt werden – daraus ergeben sich 20 Gbit/s. Bei USB4 setzt sich diese Logik fort: USB4 Gen 3x2 ergibt 40 Gbit/s, USB4 Gen 4x2 kommt auf 80 Gbit/s.

Die neue Kennzeichnung nach Geschwindigkeit

Weil die Verwirrung überhandnahm, hat das USB-IF 2022 die „SuperSpeed“-Marke aufgegeben und empfiehlt Herstellern seither, ausschließlich die Datenrate auf Verpackung und Gerät zu drucken: „USB 5Gbps“, „USB 10Gbps“, „USB 20Gbps“, „USB 40Gbps“, „USB 80Gbps“. Wenn Sie ein Kabel oder Gehäuse mit einem solchen Logo sehen, wissen Sie sofort, woran Sie sind. Diese Kennzeichnung ist für Hersteller allerdings freiwillig, weshalb die alten Namen weiterhin im Umlauf sind.

Gbit/s und MB/s: Warum die Werbeangaben nie erreicht werden

USB-Geschwindigkeiten werden in Gigabit pro Sekunde angegeben, Dateigrößen dagegen in Megabyte. Ein Byte hat acht Bit – 10 Gbit/s entsprechen also rechnerisch 1.250 MB/s. In der Praxis bleiben davon rund 1.000 MB/s übrig, weil ein Teil der Bandbreite für Protokoll-Overhead und Fehlerkorrektur draufgeht.

Hinzu kommt: Die Übertragung ist immer nur so schnell wie das langsamste Glied. Eine SSD mit USB-40Gbps-Gehäuse an einem USB-3.0-Port des Notebooks liefert exakt 5 Gbit/s. Auch das Kabel zählt – ein einfaches Ladekabel mit USB-C-Stecker überträgt oft nur mit USB-2.0-Tempo.

USB-Stecker und USB-Version sind zwei verschiedene Dinge

Ein häufiges Missverständnis: Die Bauform des Steckers sagt nichts über die Geschwindigkeit aus. USB-C ist zunächst nur eine Steckerform. Dahinter kann sich langsames USB 2.0 verbergen – oder ein voller USB4-Anschluss mit 40 Gbit/s.

Umgekehrt gilt: Ab 20 Gbit/s ist USB-C zwingend erforderlich, weil der klassische rechteckige Typ-A-Stecker die nötigen zusätzlichen Leitungen gar nicht besitzt. Ein blauer Typ-A-Anschluss weist üblicherweise auf mindestens 5 Gbit/s hin, ein türkisfarbener auf 10 Gbit/s – verbindlich ist diese Farbcodierung jedoch nicht.

Wie hängen USB4 und Thunderbolt zusammen?

USB4 basiert auf der von Intel freigegebenen Thunderbolt-3-Spezifikation. Deshalb sind sich die beiden Standards technisch sehr ähnlich, und Thunderbolt-4- und -5-Anschlüsse sind grundsätzlich USB4-kompatibel. Der Unterschied liegt in den Mindestanforderungen: Thunderbolt schreibt Herstellern bestimmte Leistungsmerkmale zwingend vor, bei USB4 sind viele davon optional. Ein USB4-Port muss also nicht zwangsläufig alles können, was ein Thunderbolt-Port beherrscht.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Ein paar praktische Faustregeln ersparen viel Ärger:

  • Auf die Zahl schauen, nicht auf die Version: Eine Angabe in Gbit/s ist immer aussagekräftiger als „USB 3.2“.
  • Kabel nicht unterschätzen: Für 40 oder 80 Gbit/s brauchen Sie ein explizit dafür zertifiziertes Kabel, oft mit einer Längenbegrenzung von etwa 80 Zentimetern bei passiven Varianten.
  • Ladeleistung getrennt prüfen: Datenrate und Ladeleistung sind unabhängig voneinander. Wie viel Strom fließt, regelt USB Power Delivery.
  • Realistisch bleiben: Für einen USB-Stick oder eine externe Festplatte reichen 5 oder 10 Gbit/s völlig aus. Erst schnelle NVMe-SSDs und Dockingstations profitieren spürbar von USB4.

Fazit

Die Versionsnummern von USB sind durch mehrfache Umbenennungen weitgehend unbrauchbar geworden. Wer sich stattdessen an der reinen Datenrate orientiert – 5, 10, 20, 40 oder 80 Gbit/s – findet sich sofort zurecht. Wichtig ist, dass Gerät, Kabel und Anschluss dieselbe Geschwindigkeit unterstützen, denn das schwächste Glied bestimmt das Tempo. Und der Stecker selbst verrät dabei nichts: USB-C kann alles zwischen 480 Mbit/s und 80 Gbit/s bedeuten.