Was ist VoIP? So funktioniert Telefonieren über das Internet

Der klassische Telefonanschluss ist Geschichte – heute läuft fast jedes Gespräch über das Internet. Wir erklären einfach, was VoIP ist, wie es funktioniert und was du dafür brauchst.

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Wer heute einen neuen Telefonanschluss bekommt, telefoniert fast immer über das Internet – auch wenn das klassische Telefon dabei genauso aussieht wie früher. Der Fachbegriff dafür lautet VoIP, kurz für „Voice over IP". In diesem Artikel erklären wir ohne Fachchinesisch, was dahintersteckt, wie deine Stimme durch die Leitung kommt und worauf du achten solltest.

Von der Kupferleitung zum Datenpaket

Beim alten Festnetz gab es für jedes Gespräch eine durchgehende elektrische Verbindung zwischen dir und deinem Gesprächspartner. Diese Technik – das sogenannte analoge oder ISDN-Netz – wurde in Deutschland inzwischen fast vollständig abgeschaltet. An ihre Stelle ist VoIP getreten.

Der entscheidende Unterschied: Bei VoIP wird deine Stimme nicht mehr als durchgehendes Signal übertragen, sondern in viele kleine Datenpakete zerlegt. Diese Pakete reisen genau wie eine E-Mail oder eine Website durch das Internet zum Empfänger und werden dort wieder zu einem hörbaren Klang zusammengesetzt. Das passiert so schnell, dass du im Gespräch keinen Unterschied merkst – solange die Internetverbindung stabil ist.

Was du für VoIP brauchst

Die gute Nachricht: In den meisten Haushalten ist bereits alles vorhanden. Du brauchst im Wesentlichen drei Dinge:

  • einen Internetanschluss (DSL, Kabel oder Glasfaser),
  • einen Router, der VoIP unterstützt – in Deutschland ist das meist eine FritzBox,
  • und ein Telefon: entweder ein klassisches Schnurlostelefon, das per DECT mit dem Router verbunden wird, oder ein spezielles IP-Telefon.

Deine Rufnummer bekommst du vom Internetanbieter als sogenannte SIP-Zugangsdaten. Diese trägst du einmalig im Router ein, danach funktioniert das Telefonieren wie gewohnt. Wie das konkret Schritt für Schritt aussieht, zeigt unsere Partnerseite voip-basiswissen.de in einer ausführlichen Anleitung: VoIP mit der FritzBox einrichten: Rufnummer, DECT und IP-Telefone Schritt für Schritt. Dort wird auch erklärt, wo du die Zugangsdaten einträgst und wie du mehrere Telefone anmeldest.

Die Vorteile gegenüber dem alten Festnetz

VoIP ist nicht nur ein Ersatz, sondern in vielen Punkten sogar besser. Weil alles über Software läuft, sind Funktionen möglich, die früher teure Zusatzgeräte erforderten: mehrere Rufnummern auf einem Anschluss, Anrufbeantworter direkt im Router, Weiterleitungen, Klingeln auf dem Smartphone und deutlich bessere Sprachqualität durch HD-Telefonie. Auch Videotelefonie und Anschlüsse für mehrere Standorte lassen sich so unkompliziert umsetzen.

Ein weiterer Pluspunkt ist der Preis. Da keine separate Telefonleitung mehr nötig ist, sind Telefonie und Internet meist in einem Tarif gebündelt, und Gespräche ins Festnetz sind häufig inklusive.

Worauf du achten solltest

Der wichtigste Punkt bei VoIP ist die Qualität der Internetverbindung. Weil deine Stimme als Datenpakete unterwegs ist, können Schwankungen im Netzwerk zu Aussetzern oder Verzögerungen führen – etwa wenn gleichzeitig große Downloads laufen. Moderne Router priorisieren Sprachpakete deshalb automatisch, damit das Telefonat Vorrang vor anderen Daten hat.

Ein zweiter Punkt betrifft den Stromausfall: Anders als das alte Festnetz, das über die Telefonleitung mit Strom versorgt wurde, funktioniert VoIP nur, solange Router und gegebenenfalls Telefon Strom haben. Für Notfälle kann daher ein geladenes Mobiltelefon als Rückfallebene sinnvoll sein.

Fazit

VoIP ist längst der Standard und keine exotische Technik mehr. Für dich als Nutzer ändert sich im Alltag kaum etwas – du hebst ab und telefonierst wie immer. Im Hintergrund reist deine Stimme allerdings als Datenpaket durchs Internet, was mehr Funktionen und oft niedrigere Kosten bedeutet. Wer den Anschluss selbst einrichten möchte, findet in der oben verlinkten FritzBox-Anleitung eine gute, praxisnahe Starthilfe.