Was ist das BIOS (UEFI) und wie öffnet man es?
Das BIOS bzw. UEFI ist die erste Software, die deinen PC startet. Was es genau macht, wie du es öffnest und welche Einstellungen wichtig sind.
Jedes Mal, wenn du deinen Computer einschaltest, läuft im Hintergrund eine winzige, aber entscheidende Software an, noch bevor Windows oder Linux überhaupt geladen wird: das BIOS. Auf modernen Rechnern heißt diese Software meist UEFI. In diesem Artikel erklären wir verständlich, was das BIOS ist, welche Aufgaben es übernimmt, wie du es öffnest und welche Einstellungen für Einsteiger wirklich wichtig sind.
Was ist das BIOS?
BIOS steht für Basic Input/Output System, also „grundlegendes Ein-/Ausgabesystem". Es handelt sich um eine Firmware – eine fest auf einem kleinen Chip auf dem Mainboard gespeicherte Software. Das BIOS ist das erste Programm, das nach dem Drücken des Einschaltknopfs ausgeführt wird. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Hardware des Computers zu prüfen, vorzubereiten und anschließend das Betriebssystem zu starten.
Man kann sich das BIOS wie den Hausmeister eines Gebäudes vorstellen: Bevor die Mitarbeiter (das Betriebssystem) eintreffen, schaltet er das Licht ein, prüft, ob alle Türen funktionieren, und sorgt dafür, dass alles betriebsbereit ist. Erst danach kann der eigentliche Betrieb beginnen.
BIOS oder UEFI – wo liegt der Unterschied?
Das klassische BIOS gibt es seit den 1980er-Jahren und es war über Jahrzehnte der Standard. Inzwischen wurde es bei nahezu allen neuen PCs durch das UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) abgelöst. Umgangssprachlich sagen aber viele weiterhin „BIOS", auch wenn technisch ein UEFI gemeint ist.
Die wichtigsten Vorteile von UEFI gegenüber dem alten BIOS sind:
- Grafische Oberfläche: UEFI lässt sich oft mit der Maus bedienen, während das klassische BIOS rein über die Tastatur gesteuert wurde.
- Unterstützung großer Festplatten: UEFI kommt mit Datenträgern über 2 Terabyte problemlos zurecht.
- Schnellerer Start: Moderne Rechner booten dank UEFI deutlich zügiger.
- Mehr Sicherheit: Funktionen wie Secure Boot verhindern, dass beim Start manipulierte Software geladen wird.
Welche Aufgaben hat das BIOS?
Beim Einschalten durchläuft das BIOS mehrere Schritte. Der wichtigste davon ist der sogenannte POST (Power-On Self-Test). Dabei prüft die Firmware, ob die zentralen Komponenten vorhanden und funktionsfähig sind.
Der Power-On Self-Test (POST)
Während des POST kontrolliert das BIOS unter anderem den Prozessor, den Arbeitsspeicher (RAM) und die Grafikausgabe. Findet es einen Fehler, gibt es eine Fehlermeldung oder eine Reihe von Signaltönen aus – die berühmten „Beep-Codes". Verläuft alles fehlerfrei, übergibt das BIOS die Kontrolle an das Betriebssystem.
Bootreihenfolge festlegen
Eine zentrale Aufgabe ist das Bestimmen der Bootreihenfolge. Das BIOS legt fest, von welchem Datenträger der Computer startet – etwa von der internen SSD, einem USB-Stick oder einer externen Festplatte. Diese Reihenfolge lässt sich anpassen, was zum Beispiel bei der Neuinstallation eines Betriebssystems wichtig ist.
Wie öffnet man das BIOS?
Es gibt zwei gängige Wege, um ins BIOS bzw. UEFI zu gelangen.
Über eine Taste beim Start
Der klassische Weg: Du schaltest den Computer ein und drückst sofort wiederholt eine bestimmte Taste, bevor das Betriebssystem lädt. Welche Taste das ist, hängt vom Hersteller des Mainboards oder Laptops ab. Häufige Tasten sind:
- Entf (Del): bei vielen Desktop-Mainboards (z. B. ASUS, MSI, Gigabyte)
- F2: oft bei Laptops und Mainboards
- F10: bei vielen HP-Geräten
- F1 oder Enter: bei einigen Lenovo- und älteren Geräten
Tipp: Wird der Startbildschirm zu schnell angezeigt, drücke die Taste am besten direkt nach dem Einschalten mehrmals hintereinander.
Über Windows 11 und Windows 10
Bei modernen PCs startet das System häufig zu schnell, um die Taste rechtzeitig zu drücken. Du kannst das UEFI deshalb auch direkt aus Windows heraus aufrufen:
- Öffne die Einstellungen und gehe zu System → Wiederherstellung.
- Klicke bei „Erweiterter Start" auf Jetzt neu starten.
- Wähle nach dem Neustart Problembehandlung → Erweiterte Optionen → UEFI-Firmwareeinstellungen.
- Nach einem weiteren Neustart landest du direkt im BIOS bzw. UEFI.
Welche Einstellungen sind wichtig?
Im BIOS solltest du nur etwas verändern, wenn du weißt, was du tust. Einige Einstellungen begegnen Einsteigern aber besonders häufig:
- Boot-Reihenfolge: entscheidend bei der Installation eines neuen Betriebssystems.
- Secure Boot: eine Sicherheitsfunktion, die etwa für die Installation von Windows 11 aktiviert sein muss.
- TPM: Der TPM-Chip wird hier aktiviert und ist ebenfalls Voraussetzung für Windows 11.
- Virtualisierung: Funktionen wie „Intel VT-x" oder „AMD-V" sind nötig, um virtuelle Maschinen zu betreiben.
- Datum und Uhrzeit: Stimmen diese nicht, ist häufig die kleine Knopfzellen-Batterie auf dem Mainboard leer.
Was ist ein BIOS-Update?
Hersteller veröffentlichen regelmäßig Updates für die BIOS-/UEFI-Firmware. Ein solches Update kann die Stabilität verbessern, Sicherheitslücken schließen oder neue Prozessoren unterstützen. Ein BIOS-Update sollte allerdings nur durchgeführt werden, wenn es einen konkreten Grund gibt – etwa weil neue Hardware unterstützt werden soll.
Wichtig: Während eines BIOS-Updates darf der Computer auf keinen Fall ausgeschaltet werden oder den Strom verlieren. Ein abgebrochenes Update kann das Mainboard unbrauchbar machen. Lade die passende Datei immer direkt von der Website des Mainboard- oder Geräteherstellers herunter.
Häufige Fragen zum BIOS
Kann ich im BIOS etwas kaputt machen?
Durch reines Anschauen passiert nichts. Problematisch wird es nur, wenn du Einstellungen veränderst, deren Bedeutung du nicht kennst. Im Zweifel hilft die Option „Load Optimized Defaults", die alle Werte auf die sicheren Standardeinstellungen zurücksetzt.
Warum vergisst mein PC die Uhrzeit?
Eine kleine Batterie auf dem Mainboard versorgt das BIOS mit Strom, wenn der Rechner ausgeschaltet ist. Ist sie leer, gehen Datum und Uhrzeit verloren. Ein Austausch der günstigen Knopfzelle löst das Problem meist.
Heißt es jetzt BIOS oder UEFI?
Technisch korrekt ist bei neuen Geräten UEFI. Da sich der Begriff „BIOS" aber so stark eingebürgert hat, werden beide Bezeichnungen im Alltag synonym verwendet.
Fazit
Das BIOS – beziehungsweise das modernere UEFI – ist das unsichtbare Fundament jedes Computers. Es prüft beim Start die Hardware, legt fest, von welchem Datenträger gebootet wird, und übergibt anschließend an das Betriebssystem. Für den Alltag musst du dich kaum darum kümmern. Sobald du jedoch ein Betriebssystem neu installierst, Secure Boot oder TPM aktivierst oder die Bootreihenfolge ändern willst, führt kein Weg am BIOS vorbei. Mit den richtigen Tasten oder dem Umweg über die Windows-Einstellungen ist es schnell geöffnet – und mit dem nötigen Grundwissen verliert es seinen Schrecken.