Was ist ein IPS-Monitor?

Was steckt hinter einem IPS-Monitor? Wir erklären die Technik hinter dem Panel-Typ, seine Stärken bei Farben und Blickwinkeln, die Schwächen und für wen er sich lohnt.

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Wer einen neuen Monitor kauft, stößt schnell auf die Abkürzung IPS. Sie steht für eine bestimmte Panel-Technik, also die Art, wie das Display sein Bild erzeugt. IPS-Monitore gelten als besonders farbtreu und blickwinkelstabil und sind heute bei Büromonitoren, Foto- und Videobearbeitung sowie zunehmend auch beim Gaming verbreitet. In diesem Ratgeber erklären wir, was ein IPS-Monitor ist, wie er funktioniert und welche Vor- und Nachteile er gegenüber anderen Panel-Typen hat.

Was bedeutet IPS?

IPS ist die Abkürzung für "In-Plane Switching". Es handelt sich um eine Variante der LCD-Technik (Liquid Crystal Display, also Flüssigkristallanzeige). Wie alle LCDs erzeugt ein IPS-Monitor sein Bild nicht selbst leuchtend, sondern mithilfe einer Hintergrundbeleuchtung, deren Licht durch eine Schicht aus Flüssigkristallen gesteuert wird.

Das Besondere an IPS ist die Ausrichtung dieser Flüssigkristalle. Sie liegen parallel zur Bildschirmoberfläche und drehen sich innerhalb dieser Ebene, wenn eine Spannung angelegt wird. Genau aus dieser Anordnung leitet sich der Name "In-Plane Switching", also das Schalten innerhalb einer Ebene, ab. Diese Bauweise sorgt für die typischen Stärken der Technik.

Wie funktioniert ein IPS-Panel?

Vereinfacht gesagt arbeitet ein LCD wie eine Reihe winziger steuerbarer Lichtschalter. Das Licht der Hintergrundbeleuchtung trifft auf die Flüssigkristalle, die je nach angelegter Spannung mehr oder weniger Licht durchlassen. Farbfilter sorgen anschließend dafür, dass jedes Pixel in Rot, Grün und Blau aufgeteilt wird, woraus sich alle Farben mischen lassen.

Bei IPS-Panels bleibt die Bilddarstellung auch dann weitgehend stabil, wenn man von der Seite auf den Bildschirm schaut. Das liegt an der parallelen Ausrichtung der Kristalle und unterscheidet IPS deutlich von älteren Techniken, bei denen Farben und Helligkeit beim seitlichen Blick stark kippen können.

Die Vorteile von IPS-Monitoren

IPS-Displays haben sich aus mehreren Gründen durchgesetzt:

  • Stabile Blickwinkel: Das Bild bleibt auch von der Seite betrachtet farbtreu und kontraststark. Das ist praktisch, wenn mehrere Personen auf den Bildschirm schauen.
  • Gute Farbdarstellung: IPS-Panels können Farben sehr genau wiedergeben, weshalb sie bei Bild- und Videobearbeitung beliebt sind.
  • Gleichmäßige Ausleuchtung: Die Helligkeit ist über die Fläche meist relativ gleichmäßig verteilt.

Die Nachteile von IPS-Monitoren

Perfekt ist keine Technik. Auch IPS hat Schwächen:

  • Begrenzter Kontrast: Schwarz wirkt auf IPS-Panels selten wirklich tiefschwarz, da die Hintergrundbeleuchtung leicht durchscheint. Der Kontrast fällt geringer aus als bei VA-Panels oder OLED.
  • IPS-Glow: Bei dunklen Bildinhalten kann in den Ecken ein leichtes Aufhellen sichtbar sein, vor allem bei seitlicher Betrachtung.
  • Preis: Gute IPS-Monitore sind tendenziell etwas teurer als einfache TN-Modelle, der Abstand ist über die Jahre aber kleiner geworden.

IPS im Vergleich zu VA und TN

Neben IPS gibt es zwei weitere verbreitete LCD-Panel-Typen, die jeweils eigene Schwerpunkte haben.

TN-Panel

TN-Displays (Twisted Nematic) sind günstig und erreichen sehr kurze Reaktionszeiten, weshalb sie lange bei Gaming-Monitoren beliebt waren. Ihre Schwäche sind allerdings deutlich schlechtere Blickwinkel und eine weniger genaue Farbdarstellung.

VA-Panel

VA-Displays (Vertical Alignment) bieten den höchsten Kontrast der drei LCD-Typen und stellen Schwarz besser dar als IPS. Dafür sind ihre Blickwinkel nicht ganz so stabil wie bei IPS, und bei schnellen Bewegungen können sichtbare Schlieren auftreten.

Und OLED?

OLED ist keine LCD-Technik, sondern arbeitet ganz ohne Hintergrundbeleuchtung: Jedes Pixel leuchtet selbst und kann sich komplett abschalten. Das ergibt perfektes Schwarz und sehr hohen Kontrast. OLED-Monitore sind allerdings teurer und können bei statischen Inhalten anfälliger für Einbrenneffekte sein.

Für wen lohnt sich ein IPS-Monitor?

Ein IPS-Monitor ist eine sehr ausgewogene Wahl für die meisten Anwender. Besonders sinnvoll ist er, wenn farbtreue Darstellung wichtig ist, etwa bei Foto- und Videobearbeitung oder Grafikarbeit. Auch für den Büroalltag und das gemeinsame Betrachten von Inhalten sind die stabilen Blickwinkel praktisch. Moderne IPS-Panels erreichen inzwischen auch hohe Bildwiederholraten und kurze Reaktionszeiten, sodass sie ebenfalls für Spiele geeignet sind.

Wer dagegen vor allem Filme in dunkler Umgebung schaut und tiefes Schwarz möchte, könnte mit einem VA-Panel oder OLED besser bedient sein. Und wer ein sehr günstiges Gerät mit extrem kurzen Reaktionszeiten sucht, findet bei TN-Modellen weiterhin Optionen.

Fazit

Ein IPS-Monitor nutzt die "In-Plane Switching"-Technik und überzeugt vor allem durch stabile Blickwinkel und eine genaue Farbdarstellung. Die größten Schwächen liegen beim Kontrast und dem sogenannten IPS-Glow. Insgesamt ist IPS ein ausgewogener Allrounder, der für die meisten Einsatzzwecke vom Büro über Bildbearbeitung bis hin zum Gaming eine gute Wahl darstellt. Wer beim Kauf weiß, worauf es ihm ankommt, kann gezielt zwischen IPS, VA, TN und OLED wählen.

Mehr zum Thema findest du in unserer Übersicht: Hardware-Grundlagen: Alle Artikel im Überblick.

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