Wie funktioniert die Datensicherung in hybriden Cloud-Umgebungen?
Hybride Cloud-Umgebungen verbinden lokale Systeme mit der Cloud. Wir erklären, wie die Datensicherung dabei funktioniert und welche bewährten Strategien Schutz bieten.
Viele Unternehmen speichern ihre Daten heute nicht mehr nur an einem einzigen Ort. Stattdessen kombinieren sie eigene Server im Haus mit Diensten aus der Cloud. Diese Mischform wird als hybride Cloud bezeichnet. Sie bietet viel Flexibilität, stellt aber auch besondere Anforderungen an die Datensicherung. Denn ein Backup muss zuverlässig funktionieren, egal wo die Daten gerade liegen. In diesem Artikel erklären wir verständlich, wie die Datensicherung in solchen gemischten Umgebungen funktioniert und worauf es dabei ankommt.
Was bedeutet hybride Cloud?
Eine hybride Cloud verbindet zwei Welten miteinander. Auf der einen Seite stehen die lokalen Systeme, oft als On-Premises bezeichnet. Das sind Server und Speicher, die das Unternehmen selbst in den eigenen Räumen oder einem eigenen Rechenzentrum betreibt. Auf der anderen Seite stehen Cloud-Dienste eines externen Anbieters, die über das Internet genutzt werden.
In der Praxis liegen Daten und Anwendungen also teils im eigenen Haus, teils in der Cloud. Manche Daten bleiben aus Gründen der Kontrolle oder gesetzlicher Vorgaben lieber lokal, während andere von der Skalierbarkeit und Verfügbarkeit der Cloud profitieren. Genau diese Verteilung macht die Datensicherung anspruchsvoller, weil sie beide Bereiche abdecken muss.
Warum Datensicherung so wichtig ist
Datenverlust kann viele Ursachen haben. Dazu gehören Hardwaredefekte, versehentliches Löschen, fehlerhafte Software, Schadprogramme oder auch Ausfälle bei einem Anbieter. Eine durchdachte Datensicherung sorgt dafür, dass im Ernstfall eine aktuelle Kopie der Daten verfügbar ist und der Betrieb möglichst schnell wiederhergestellt werden kann.
Ein häufiges Missverständnis ist die Annahme, dass Daten in der Cloud automatisch und vollständig gesichert seien. Cloud-Anbieter sorgen zwar in der Regel für eine hohe Verfügbarkeit ihrer Infrastruktur, doch für die eigentlichen Inhalte und deren Sicherung bleibt häufig der Kunde mitverantwortlich. Eine eigene Backup-Strategie ist daher auch in der Cloud unverzichtbar.
Die bewährte 3-2-1-Regel
Eine weit verbreitete Faustregel für die Datensicherung ist die sogenannte 3-2-1-Regel. Sie lässt sich gut auf hybride Umgebungen übertragen und besagt vereinfacht:
- Drei Kopien der Daten aufbewahren, also die Originaldaten und mindestens zwei Sicherungen.
- Zwei verschiedene Speichermedien oder Systeme verwenden, um nicht von einer einzigen Technik abhängig zu sein.
- Eine Kopie außer Haus aufbewahren, also an einem räumlich getrennten Ort.
In einer hybriden Umgebung passt diese Regel gut: Die Originaldaten liegen beispielsweise lokal, eine Sicherung verbleibt im eigenen Haus auf einem anderen System, und eine weitere Kopie wird in die Cloud ausgelagert. So ist die wichtige Anforderung erfüllt, eine Kopie räumlich getrennt vorzuhalten.
Wie das Zusammenspiel praktisch abläuft
In der Praxis übernehmen spezielle Backup-Programme die Aufgabe, Daten aus beiden Welten zu sichern. Diese Software kann lokale Server ebenso einbeziehen wie Daten und Anwendungen in der Cloud. Die Sicherungen werden nach einem festgelegten Zeitplan automatisch erstellt, etwa täglich oder mehrmals am Tag, je nachdem wie aktuell die Sicherungen sein müssen.
Ein typisches Vorgehen kombiniert verschiedene Speicherorte. Häufige Sicherungen werden lokal vorgehalten, damit eine schnelle Wiederherstellung möglich ist. Zusätzlich werden Kopien in die Cloud übertragen, um vor lokalen Katastrophen wie einem Brand oder Diebstahl geschützt zu sein. Auch der umgekehrte Weg ist möglich, bei dem Cloud-Daten zusätzlich lokal gesichert werden.
Wichtige Aspekte der Sicherheit
Wenn Daten zwischen lokalem Standort und Cloud übertragen und dort gespeichert werden, spielt der Schutz dieser Daten eine zentrale Rolle. Bewährt haben sich unter anderem folgende Grundsätze:
- Verschlüsselung: Daten sollten sowohl bei der Übertragung als auch bei der Speicherung verschlüsselt werden, damit sie für Unbefugte unbrauchbar sind.
- Zugriffskontrolle: Nur berechtigte Personen sollten Zugriff auf die Sicherungen haben, abgesichert durch starke Anmeldeverfahren.
- Unveränderliche Sicherungen: Backups, die nach dem Erstellen für einen bestimmten Zeitraum nicht mehr verändert oder gelöscht werden können, bieten zusätzlichen Schutz, etwa gegen Schadsoftware.
- Trennung der Bereiche: Sicherungen sollten möglichst getrennt von den Produktivsystemen aufbewahrt werden.
Wiederherstellung nicht vergessen
Eine Datensicherung ist nur so gut wie ihre Wiederherstellung. Es genügt nicht, Backups zu erstellen. Genauso wichtig ist es, regelmäßig zu prüfen, ob sich die Daten im Ernstfall tatsächlich zurückspielen lassen. In einer hybriden Umgebung sollte dabei berücksichtigt werden, von wo Daten wie schnell wiederhergestellt werden können. Lokale Sicherungen ermöglichen meist eine schnellere Rückkehr zum Normalbetrieb, während Cloud-Sicherungen vor allem als zusätzliche Absicherung dienen. Regelmäßige Tests der Wiederherstellung schaffen Sicherheit, dass im Notfall alles funktioniert.
Fazit
Die Datensicherung in hybriden Cloud-Umgebungen verbindet die Sicherung lokaler Systeme mit der Auslagerung von Kopien in die Cloud. Bewährte Prinzipien wie die 3-2-1-Regel lassen sich dabei gut anwenden, weil die Cloud auf natürliche Weise einen räumlich getrennten Speicherort bietet. Entscheidend sind automatisierte Abläufe, eine durchdachte Verschlüsselung, ein sorgfältiger Umgang mit Zugriffsrechten und regelmäßige Tests der Wiederherstellung. So entsteht ein Sicherungskonzept, das die Stärken beider Welten nutzt und Daten zuverlässig schützt.
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