Wann gab es das erste Smartphone in Deutschland?
Wann gab es das erste Smartphone in Deutschland? Die Antwort hängt stark von der Definition ab. Ein Überblick über frühe Geräte, das iPhone und den Durchbruch von Android.
Die Frage nach dem „ersten Smartphone in Deutschland“ klingt eindeutig, ist es aber nicht. Denn was genau ein Smartphone ausmacht, lässt sich nicht scharf abgrenzen – und die Geräte kamen meist nicht exklusiv in Deutschland auf den Markt, sondern international. Je nachdem, welche Definition man anlegt, landet man bei unterschiedlichen Jahren. In diesem Artikel ordnen wir die wichtigsten Entwicklungsschritte ein, von frühen Mobiltelefonen mit Zusatzfunktionen bis zum modernen Touchscreen-Smartphone, und erklären, warum es kein einziges „Geburtsdatum“ gibt.
Was macht ein Smartphone überhaupt aus?
Bevor man sagen kann, wann das erste Smartphone in Deutschland verfügbar war, muss man klären, was ein Smartphone von einem einfachen Handy unterscheidet. Typische Merkmale, die heute als selbstverständlich gelten, sind unter anderem:
- ein leistungsfähiges Betriebssystem, auf dem sich zusätzliche Programme (Apps) installieren lassen,
- Internetzugang und die Möglichkeit, Webseiten anzuzeigen,
- Funktionen über das Telefonieren hinaus, etwa Kalender, E-Mail oder Kontaktverwaltung,
- später dann ein großer, mit dem Finger bedienbarer Touchscreen.
Je nachdem, welche dieser Merkmale man als entscheidend ansieht, verschiebt sich der Zeitpunkt, ab dem man von einem „echten“ Smartphone spricht.
Die Vorläufer in den 1990er-Jahren
Bereits in den 1990er-Jahren gab es Geräte, die Telefonfunktion und Computerfunktionen verbanden. Ein häufig genanntes frühes Beispiel ist ein Gerät von IBM aus der ersten Hälfte der 1990er-Jahre, das Telefon, Kalender und einfache Anwendungen kombinierte und bereits einen berührungsempfindlichen Bildschirm besaß. Solche Geräte waren allerdings teuer, schwer und richteten sich vor allem an geschäftliche Nutzer.
In den späten 1990er-Jahren kamen weitere Modelle auf, die als Vorläufer des Smartphones gelten. Sie verbanden ein Mobiltelefon mit Organizer-Funktionen, manche hatten eine kleine Tastatur. In dieser Zeit wurde auch der Begriff „Smartphone“ allmählich gebräuchlich. Da der Mobilfunkmarkt international ausgerichtet war, waren viele dieser Geräte grundsätzlich auch in Deutschland erhältlich, wenn auch in kleinen Stückzahlen.
Die 2000er-Jahre: Symbian, Windows und BlackBerry
In den frühen 2000er-Jahren wurden Smartphones langsam bekannter. Eine wichtige Rolle spielten Betriebssysteme wie Symbian, das auf vielen Geräten verschiedener Hersteller lief, sowie Systeme von Microsoft für mobile Geräte. Diese Smartphones boten E-Mail, einen Webbrowser und die Möglichkeit, zusätzliche Programme zu nutzen.
Besonders im geschäftlichen Umfeld wurden Geräte mit physischer Tastatur und starkem Fokus auf E-Mail beliebt, allen voran die Modelle der Marke BlackBerry. Auch in Deutschland nutzten vor allem Berufstätige solche Geräte, um unterwegs Nachrichten abzurufen. Für die breite Masse blieben Smartphones in dieser Phase aber noch eher die Ausnahme – die meisten Menschen besaßen klassische Handys.
2007/2008: Der Wendepunkt durch iPhone und Android
Als eigentlicher Durchbruch des modernen Smartphones gilt vielen das Jahr 2007, als Apple das erste iPhone vorstellte. Es setzte stark auf einen großen Touchscreen ohne feste Tastatur und auf eine besonders einfache Bedienung. Das iPhone kam zunächst in den USA auf den Markt; in Deutschland war es ab Ende 2007 offiziell erhältlich.
Kurz darauf folgte das Betriebssystem Android, das von Google vorangetrieben wurde und auf Geräten vieler verschiedener Hersteller läuft. Die ersten Android-Smartphones kamen Ende 2008 auf den Markt. Durch die Kombination aus iPhone und Android wurde das Smartphone innerhalb weniger Jahre vom Spezialgerät zum Alltagsbegleiter für ein breites Publikum – auch in Deutschland.
Warum diese Phase als Startpunkt gilt
Erst mit iPhone und Android setzten sich zentrale Merkmale durch, die wir heute mit Smartphones verbinden: die Bedienung über einen großen Touchscreen, einfach zu installierende Apps über zentrale Stores und ein mobiler Internetzugang, der auch für Laien bequem nutzbar war. Deshalb ziehen viele Menschen hier die Grenze zwischen „Vorläufern“ und dem modernen Smartphone.
Warum es keine eindeutige Jahreszahl für Deutschland gibt
Wer eine einzige Jahreszahl sucht, wird also enttäuscht. Das liegt an mehreren Gründen:
- Unklare Definition: Sieht man Geräte mit Organizer-Funktionen schon als Smartphone, landet man in den 1990er-Jahren. Legt man den heutigen Maßstab an, eher bei 2007/2008.
- Internationaler Markt: Smartphones wurden in der Regel nicht speziell für Deutschland entwickelt, sondern international verkauft. Ein „erstes deutsches Smartphone“ im Sinne eines eigenen nationalen Geräts gibt es so nicht.
- Schrittweise Entwicklung: Das Smartphone ist nicht an einem Tag erfunden worden, sondern hat sich über viele Jahre aus früheren Geräten entwickelt.
Fazit
Die ehrlichste Antwort auf die Frage „Wann gab es das erste Smartphone in Deutschland?“ lautet: Das hängt davon ab, was man als Smartphone bezeichnet. Frühe Geräte mit Telefon- und Computerfunktionen gab es bereits in den 1990er-Jahren, und in den frühen 2000er-Jahren waren Smartphones mit Betriebssystemen wie Symbian oder Geräte von BlackBerry vor allem im Berufsleben verbreitet. Der eigentliche Durchbruch des modernen, per Touchscreen bedienten Smartphones kam jedoch erst mit dem iPhone (in Deutschland ab Ende 2007) und den ersten Android-Geräten (ab 2008). Statt eines einzigen Geburtsdatums beschreibt das Smartphone also eher eine Entwicklung über mehrere Jahrzehnte hinweg.
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