Wer stellte den ersten Raspberry Pi her und wo wurde er produziert?
Der erste Raspberry Pi kam 2012 auf den Markt. Hinter ihm steht die britische Raspberry Pi Foundation. Wie es zur Entwicklung kam und wo das Board gefertigt wurde.
Der Raspberry Pi gehört heute zu den bekanntesten Einplatinencomputern der Welt. Millionen Bastler, Schüler, Studierende und sogar Industrieunternehmen nutzen die kreditkartengroßen Boards für die unterschiedlichsten Projekte. Doch wer steckt eigentlich hinter dem ersten Raspberry Pi, wann kam er auf den Markt und an welchem Ort wurde er gefertigt? In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Ursprünge dieses kleinen Computers, der seit seinem Erscheinen viel bewegt hat.
Die Idee hinter dem Raspberry Pi
Die Geschichte des Raspberry Pi beginnt nicht in einem großen Technikkonzern, sondern in einem akademischen Umfeld. Rund um die Universität Cambridge in Großbritannien beobachteten mehrere Personen einen besorgniserregenden Trend: Studienanfänger im Fach Informatik brachten immer weniger praktische Programmiererfahrung mit. Während frühere Generationen oft an Heimcomputern wie dem Commodore 64 oder dem BBC Micro mit dem Programmieren begonnen hatten, wuchsen viele junge Menschen mittlerweile mit fertigen Konsolen und PCs auf, an denen sich kaum noch experimentieren ließ.
Aus diesem Anliegen entstand der Wunsch nach einem sehr günstigen, robusten und einfach zugänglichen Computer, mit dem Kinder und Jugendliche das Programmieren und die Funktionsweise von Hardware kennenlernen können. Das Ziel war ausdrücklich ein Lerngerät, nicht ein kommerzielles Produkt im klassischen Sinne.
Wer entwickelte den ersten Raspberry Pi?
Hinter dem Raspberry Pi steht die Raspberry Pi Foundation, eine im Jahr 2009 in Großbritannien gegründete gemeinnützige Stiftung. Zu den prägenden Köpfen der Stiftung gehört Eben Upton, der oft als treibende Kraft hinter dem Projekt genannt wird. Gemeinsam mit weiteren Mitstreitern aus dem akademischen und technischen Umfeld der Universität Cambridge trieb er die Entwicklung voran.
Die Stiftung verfolgte von Beginn an ein klares Ziel: das Erlernen von Informatik und digitalen Fähigkeiten zu fördern, insbesondere bei jungen Menschen. Alle Einnahmen aus dem Verkauf der Geräte sollten wieder in diese Bildungsmission fließen. Dieser gemeinnützige Charakter unterscheidet den Raspberry Pi bis heute von vielen anderen Hardwareprojekten.
Der Marktstart im Jahr 2012
Nach mehreren Jahren der Entwicklung und verschiedenen Prototypen wurde der erste Raspberry Pi am 29. Februar 2012 offiziell veröffentlicht. Das erste breit verfügbare Modell trug die Bezeichnung Raspberry Pi Modell B. Es richtete sich an eine große Zielgruppe und war zu einem für damalige Verhältnisse sehr niedrigen Preis erhältlich.
Der Andrang war enorm. Schon am Verkaufsstart waren die Server der Vertriebspartner überlastet, weil so viele Interessierte gleichzeitig bestellen wollten. Diese erste Welle der Begeisterung zeigte, dass der Bedarf an einem günstigen, offenen und vielseitigen Kleincomputer deutlich größer war als ursprünglich vermutet. Ursprünglich rechnete man mit vergleichsweise kleinen Stückzahlen, tatsächlich entwickelte sich der Raspberry Pi jedoch zu einem weltweiten Erfolg.
Technische Eckdaten des ersten Modells
Der erste Raspberry Pi war nach heutigen Maßstäben bescheiden ausgestattet, für seinen Zweck und seinen Preis aber bemerkenswert leistungsfähig. Zu den typischen Merkmalen des frühen Modell B gehörten unter anderem:
- ein System-on-Chip mit einem ARM-basierten Prozessor
- Arbeitsspeicher im Bereich weniger hundert Megabyte
- ein HDMI-Anschluss für die Bildausgabe
- USB-Anschlüsse für Tastatur, Maus und weitere Geräte
- ein Netzwerkanschluss für die Verbindung mit dem Internet
- ein Steckplatz für eine SD-Karte als Speichermedium
- eine Stiftleiste mit allgemeinen Ein- und Ausgängen (GPIO) für eigene Elektronikprojekte
Besonders die GPIO-Schnittstelle machte den Raspberry Pi für Bastler attraktiv, da sich darüber Sensoren, Leuchtdioden, Motoren und andere Bauteile ansteuern lassen. Als Betriebssystem kommt typischerweise eine an den Raspberry Pi angepasste Linux-Variante zum Einsatz.
Wo wurde der Raspberry Pi produziert?
Eine häufig gestellte Frage betrifft den Produktionsort. Die allerersten Geräte wurden zunächst im Ausland gefertigt, unter anderem in Asien, was bei Elektronikprodukten lange Zeit üblich war. Schon bald jedoch verlagerte sich ein großer Teil der Produktion nach Großbritannien.
Ein zentraler Fertigungsstandort wurde das Werk des Elektronikdienstleisters Sony in Pencoed in Wales. Dort liefen über die Jahre viele Millionen Raspberry-Pi-Boards vom Band. Dass ein Großteil der Produktion in Großbritannien stattfand, hatte für die Stiftung auch eine symbolische Bedeutung: Ein in Großbritannien erdachter Bildungscomputer wurde so auch im eigenen Land hergestellt. Die Fertigung im Vereinigten Königreich wurde immer wieder als Beispiel dafür angeführt, dass moderne Elektronikproduktion auch in Europa wirtschaftlich möglich ist.
Warum der erste Raspberry Pi so wichtig war
Der Erfolg des ersten Raspberry Pi lag in einer Kombination mehrerer Faktoren. Der niedrige Preis senkte die Einstiegshürde erheblich. Die offene Ausrichtung lud zum Experimentieren ein. Und die aktive Gemeinschaft sorgte schnell für unzählige Anleitungen, Projekte und Erweiterungen.
Aus dem ursprünglich als Lerngerät gedachten Board entwickelte sich eine ganze Produktfamilie. Spätere Generationen brachten mehr Rechenleistung, mehr Arbeitsspeicher und zusätzliche Funktionen wie integriertes WLAN. Auch besonders kompakte und besonders günstige Varianten kamen hinzu. Der Grundgedanke blieb jedoch erhalten: ein bezahlbarer, vielseitiger Computer, der Technik begreifbar macht.
Fazit
Der erste Raspberry Pi wurde von der gemeinnützigen Raspberry Pi Foundation aus dem Umfeld der Universität Cambridge entwickelt und erschien Anfang 2012 als Modell B. Ziel war es, jungen Menschen einen einfachen und günstigen Zugang zur Welt des Programmierens zu ermöglichen. Während die ersten Geräte noch im Ausland gefertigt wurden, verlagerte sich die Produktion bald in großem Umfang nach Wales. Aus einem Bildungsprojekt wurde so ein weltweiter Erfolg, der bis heute Bastler, Lernende und Profis gleichermaßen begeistert.
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