Wer baute den ersten IBM-PC und wo wurde er hergestellt?

Der IBM PC 5150 erschien 1981 und praegte den Personal Computer entscheidend. Wer dahinterstand, wo er entwickelt wurde und warum sein offener Aufbau Geschichte schrieb.

Teilen

Der IBM-PC gehoert zu den einflussreichsten Geraeten der Computergeschichte. Als IBM im Jahr 1981 seinen ersten Personal Computer vorstellte, legte das Unternehmen den Grundstein fuer eine ganze Geraetekategorie, deren Nachfahren bis heute auf Schreibtischen stehen. Doch wer steckte hinter diesem Rechner, und wo wurde er entwickelt und gefertigt? Dieser Artikel ordnet die wichtigsten belegbaren Fakten ein.

Der IBM PC 5150

Das Geraet, das gemeinhin als der erste IBM-PC gilt, trug die Modellbezeichnung IBM PC 5150. Es wurde im August 1981 vorgestellt. IBM war zu diesem Zeitpunkt vor allem fuer Grossrechner und Bueromaschinen bekannt und betrat mit einem vergleichsweise kompakten und erschwinglichen Computer fuer Privatpersonen und kleinere Unternehmen Neuland.

Der 5150 nutzte einen Prozessor von Intel aus der x86-Familie und konnte mit verschiedenen Mengen an Arbeitsspeicher ausgestattet werden. Als Datenspeicher dienten zunaechst Kassettenlaufwerke und Diskettenlaufwerke; eine Festplatte war beim Ur-Modell noch nicht vorgesehen. Als Betriebssystem kam in der bekanntesten Variante PC DOS zum Einsatz, das auf Software von Microsoft basierte.

Das Team und der Ort der Entwicklung

Die Entwicklung des IBM-PC ist eng mit einem Team in Boca Raton im US-Bundesstaat Florida verbunden. Dort betrieb IBM eine Niederlassung, in der eine vergleichsweise kleine Arbeitsgruppe das Projekt vorantrieb. Eine zentrale Figur war Don Estridge, der die Entwicklung leitete und oft als treibende Kraft hinter dem Projekt genannt wird.

Bemerkenswert war die Arbeitsweise des Teams. Statt alles im eigenen Haus zu entwickeln, wie es bei IBM sonst ueblich war, griff die Gruppe bewusst auf zugekaufte Komponenten und Bauteile von Fremdherstellern zurueck. So stammte der Hauptprozessor von Intel und ein grosser Teil der Software von Microsoft. Dieser Ansatz beschleunigte die Entwicklung erheblich und brachte das Produkt in vergleichsweise kurzer Zeit zur Marktreife.

Warum der offene Aufbau so bedeutend war

Der vielleicht folgenreichste Aspekt des IBM-PC war seine offene Architektur. IBM legte technische Informationen zum Aufbau des Rechners offen, sodass andere Unternehmen Zusatzkarten, Speichererweiterungen und Zubehoer entwickeln konnten. Dadurch entstand rasch ein grosses Oekosystem aus Hardware und Software rund um den IBM-PC.

  • Drittanbieter konnten Erweiterungskarten und Peripheriegeraete bauen.
  • Softwarehersteller entwickelten zahlreiche Programme fuer die Plattform.
  • Andere Firmen begannen spaeter, kompatible Rechner anzubieten.

Diese Offenheit war ein zweischneidiges Schwert. Einerseits machte sie den IBM-PC zum De-facto-Standard und sorgte fuer enorme Verbreitung. Andererseits ermoeglichte sie, dass Wettbewerber sogenannte IBM-kompatible Computer auf den Markt brachten, die dieselbe Software ausfuehren konnten. Langfristig fuehrte das dazu, dass die PC-Plattform nicht mehr allein von IBM kontrolliert wurde.

Wo wurde der IBM-PC gefertigt?

Die Montage des fruehen IBM-PC war ebenfalls eng mit dem Standort Boca Raton in Florida verknuepft, wo IBM Fertigungskapazitaeten unterhielt. Mit zunehmender Nachfrage und der Weiterentwicklung der Modellreihe verteilte sich die Produktion auf weitere Standorte. Wie bei vielen Computern jener Zeit kamen zudem Bauteile von verschiedenen Zulieferern aus unterschiedlichen Laendern zum Einsatz, die zu fertigen Geraeten zusammengefuehrt wurden.

Die Wirkung auf die Computerbranche

Der Erfolg des IBM-PC veraenderte die gesamte Branche. Der Begriff PC, der zuvor allgemein fuer persoenliche Computer verschiedener Hersteller stand, wurde zunehmend mit der IBM-kompatiblen Plattform gleichgesetzt. Unternehmen, die zuvor gezoegert hatten, Computer einzusetzen, vertrauten dem Namen IBM und brachten die Geraete in grosser Zahl in Bueros.

Gleichzeitig profitierten die Zulieferer enorm. Intel als Lieferant der Prozessoren und Microsoft als Lieferant des Betriebssystems wuchsen in den folgenden Jahren stark, auch weil ihre Produkte zum Standard der PC-Welt wurden. Dass zwei zentrale Bausteine des IBM-PC von externen Firmen stammten, hatte damit langfristige Folgen, die ueber das einzelne Geraet weit hinausreichten.

Einordnung: Nicht der erste Personal Computer ueberhaupt

Wichtig ist die Einordnung, dass der IBM-PC nicht der erste Personal Computer der Geschichte war. Schon vor 1981 gab es Heim- und Kleincomputer verschiedener Hersteller. Die besondere Bedeutung des IBM-PC liegt nicht darin, dass er die Idee des persoenlichen Computers erfunden haette, sondern darin, dass er sie mit dem Gewicht eines grossen, etablierten Unternehmens und einer offenen Architektur in den Massenmarkt und vor allem in die Geschaeftswelt trug.

Fazit

Der erste IBM-PC, das Modell 5150, wurde 1981 vorgestellt und massgeblich von einem Team rund um Don Estridge in Boca Raton in Florida entwickelt. Sein Aufbau aus zugekauften Komponenten, allen voran einem Intel-Prozessor und Software von Microsoft, sowie seine offene Architektur machten ihn zum Wegbereiter der modernen PC-Welt. Auch wenn er nicht der erste Personal Computer war, praegte er die Branche wie kaum ein anderes Geraet.

Mehr zum Thema findest du in unserer Übersicht: Technikgeschichte: Alle Artikel im Überblick.

Verwandte Artikel